hersteller: jitter
produkt:
thematisches magazin
ausgabe: 4/biester
format: 29,7 x 21 cm/ 90
seiten
sprache: deutsch
frequenz:
2/jahr
bezirk: mitte
Illustration ist mehr als die Bebilderung fiktionaler
oder non-fiktionaler Texte. Illustration ist visuelles Argumentieren, sichtbar
Machen. Sie ist aber auch Dekoration, Verkaufsargument, Spektakel. Illustration
bewegt, fordert heraus, bestätigt, lullt ein. Kitsch, Kunst, Wissenschaft: Als
Ergebnis unterschiedlichster analoger und digitaler Quellen und Methoden, bietet
Illustration in Inhalt, Form und Struktur eine Mannigfaltigkeit, die bisher in
der medialen Bild-Produktion unbekannt war. Vor diesem Hintergrund will JITTER
Illustratoren als Spezialisten für multimediale Bildgestaltung stärker ins
öffentliche Bewußtsein rücken. Dabei verbindet JITTER Illustration, Comic,
Animation mit allgemeinen Gesellschaftsthemen wie Musik, Lachen, Biester, Mode,
Urbanität etc.
Themen in JITTER
Bildgestaltung, Characterdesign,
Bildwissenschaft, Kinderbuchillustration, Bildsemiotik, Modeillustration,
Wahrnehmungspsychologie, Animation, Kunstgeschichte, freie Illustration,
Designtheorie, Buchillustration, Medienphilosophie, Comic, visual culture,
Editorialillustration
THEMA AUSGABE 4 BIESTER:
Das Tier ist wie der
Mensch: es wird geboren, wächst auf, ernährt sich, pflanzt sich fort und stirbt.
Und doch ist es ganz anders: vor allem spricht es nicht und kennt keine Kunst.
Die Kunst hingegen kennt das Tier. Seit den ersten Zeugnissen menschlichen
Bildschaffens, den Höhlenmalereien von Lascaux ist der tierische Bilderkosmos
ins Unermessliche gewachsen. Manche Tiere, Biester wie Einhörner, Drachen,
Sphingen, aber auch Dinosaurier existieren ausschließlich im Bild. An der Grenze
zum Tierreich entspringen Faszination und Schrecken. Weit mehr als nur
Mitbewohner dieses Planeten werden Tiere einerseits für jeden erdenklichen Zweck
ausgebeutet und vernichtet, andererseits im anthropomorphisiernden
Schulterschluss zum Träger aller ins Unbewusste verdrängten Wünsche, Triebe,
Sehnsüchte gemacht. Die populäre Bilderwelt liefert hierfür unzählige Beispiele.
In der Illustration steht das Thema seit den Zoogründungen im 19. Jahrhundert
und dem damit einhergehenden Bedürfnis nach immer neuen Tierbildern
unangefochtenen auf dem ersten Platz; der Animationsfilm - ohne Tier ebenso
undenkbar wie die berühmteste Familie der Comicgeschichte, die Ducks. Aber auch
für Karikatur, Cartoon, Werbung, ja selbst Streetart und Graffiti ist das Tier
unverzichtbar. Und der jüngste Spross, das grafisch reduzierte Characterdesign,
ist nichts anderes als ein bunter Biesterreigen.
Aus dem
Inhalt:
Mischwesen
Ein Mythos und kein Star:
Der ungewöhnliche
Fall des "Königs der Schlangen". Zur (Bild-)geschichte des Basilisken.
Comic
This is awful, oh! Help! Oh! Someone come quick!
Der Zoo in Bar und
Badewanne: Winsor McKays "Rarebit Fiend".
Klecksographie
Halbwach durch
die Gardine oder der Schlaf der Aufklärung.
Die "tierischen" Bildexperimente
des Justinus Kerner.
INTERVIEW
Nicholas Di Genova
Hybride
Bildwelten zwischen Street Art und Wissenschaftsillustration.
Nina
Pagalies
Surreale Gedichte und das poetische Tier.
REVIERE
Nils
Hoff
Wie vermisst man einen Vogel? Über die Arbeit des wissenschaftlichen
Illustrators.
Ian Miller
Phantastisches zwischen Dürer, Bosch und
Tolkien
Maurice Sendak
Kindheit und Monsterreigen.
WON abc
Der
tierische Blick ist leer. Biester und Tierköpfige für die
Streetwear-Mode.