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o-ton-produktion hörspiel unsere versäumten tage – liebesbriefe

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Product no.: 3674
 
o-ton-produktion hörspiel unsere versäumten tage – liebesbriefe
 

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O-Ton-Produktion

hersteller: o-ton produktion 
produkt: cd 

spieldauer: 56 minuten 
isbn:
978-3-9813-3644-3
bezirk: pankow

Unsere versäumten Tage – Liebesbriefe von NVA-Soldaten
Aus mehr als 5000 Originaldokumenten entwickelte die Autorin Marie von Kuck fünf bewegende Briefgeschichten, vom Sprecherensemble sensibel und authentisch umgesetzt.

Achtzehn Monate dauerte in der DDR die Wehrpflicht fürs sozialistische Vaterland, die junge Männer aus ihren sozialen Bindungen riss, von der ersten Liebe trennte, dem ersten Kind, der Familie. Briefe waren für die Soldaten oft der einzige Weg, den Kontakt zur Außenwelt aufrecht zu erhalten. Eindringlich und lebendig erzählen sie vom schmerzhaften Verlust der Freiheit und Privatsphäre; von Drill, Heimweh und der Anstrengung durchzuhalten - dem Leben von Soldaten, wie es sich auch ähnlich in vielen Armeen weltweit abspielt.

Die Autorin zur Entstehung des Hörstücks:
Als ich sechzehn war, habe ich eine Anzeige in der Jungen Welt aufgegeben: Suche Jungen zwischen 15 und 18, der gern liest, tanzt und Jazz und klassische Musik mag. Wäre toll, wenn Du Gitarre oder Klavier spielen könntest. Ich bin 16, 160 cm, schlank und freu mich auf Dich! Die Antwort waren über zweihundert Briefe, die meisten von jungen Soldaten der Nationalen Volksarmee. In ihren Briefen an das fremde Mädchen machten sie ihrem Frust und ihrer Verzweiflung Luft und ließen ihren Gedanken und Sehnsüchten freien Lauf. Briefe waren für diese Soldaten die wichtigste und fast einzige Verbindung zur Außenwelt. Aus den Kasernen kamen sie nur selten, und Telefon hatten die meisten Familien nicht.
Was diese jungen Männer mir vom Leben in den Kasernen schrieben, war verzweifelt, traurig oder brutal und hatte nichts von der euphorischen Aufbruchsstimmung, in der ich mit meinen sechzehn Jahren lebte. So habe ich damals leider alle diese Briefe weggeworfen. Aber in all den Jahren konnte ich sie nie ganz vergessen. Irgendwann habe ich im ganzen Land Anzeigen geschaltet und solche NVA-Briefe gesucht.
Die Resonanz war groß. Meist meldeten sich die damaligen Freundinnen, aber auch Eltern und manchmal auch die Briefschreiber selbst. Über fünftausend Briefe sind so zusammengekommen. Aus ihnen entstanden die hier vorliegenden fünf Briefgeschichten. Marie von Kuck

Text: Marie von Kuck, Andreas Büttner
Sprecher: Michael Putschli, Marin Caktas, Toralf Franke-Viezens, Jan Bischof, Andreas Büttner
Saxophon: Andrej Lakisov